Schreiben

Geschichten habe ich schon als kleines Mädchen gerne erzählt. Schon im Kindergarten hatte ich eine lebhafte Fantasie und erfand so manche Welten für mich. Schreiben als Tätigkeit entdeckte ich ca. in der 5. Klasse. Es ging an die ersten Aufsätze in Deutsch – kreatives Schreiben – und da merkte ich, wie viel Spaß es mir machte und wie gut meine Texte bei Lehrern und Mitschülern ankamen. Von da an schrieb ich viel: Gedichte, Kurzgeschichten, Songtexte, später sogar Poetry Slam Texte.

Der Wunsch, vom Schreiben leben zu können, kam schnell auf und brannte sich in mein Herz. Heute muss ich schmunzeln, wie wenig mein damaliger Traum mit der Wirklichkeit zu tun hat. Trotzdem ist der Wunsch geblieben. Warum? Weil Schreiben das einzige ist, das ich wirklich kann.

Das größte Projekt, an dem ich bis heute sitze, ist mein erster Roman. Als ich achtzehn war, wachte ich mitten in der Nacht auf und hatte folgende Worte im Kopf:

Gebrochene Seelen riefen nach ihr. Sie schrien ihren Namen, folgten jedem ihrer Schritte und beobachteten sie aus den Ecken, von den dunklen Schatten geschützt.

Diese Worte waren die Geburtsstunde für Lauren, meine Protagonistin. Naiv, wie ich damals war, schrieb ich einfach drauf los und merkte nach Jahren, dass der Entwurf, der bis dahin 130 DIN-A4-Seiten umfasste, unbrauchbar war. Statt aufzugeben, lernte ich aus meinen Fehlern und startete einen zweiten Versuch, mit dem ich deutlich zufriedener war. Aber auch bei diesem Entwurf wurde mir (dieses Mal nach 50 Seiten) klar, dass er nur so vor Anfängerfehlern strotzte.

Wieder gab ich nicht auf und beschloss, den dritten und letzten Versuch zu starten. Das war im April 2018 und im Vergleich zu den vorherigen Versuchen, hatte ich durch mein Studium nicht nur viel über Literatur und das Schreiben gelernt, sondern ich habe inzwischen auch Freunde um mich, die selbst an ihren Romanen arbeiten. Zu dritt motivieren wir uns gegenseitig, lesen die Texte der anderen, geben Feedback und tauschen Erfahrungen aus usw. … Eine ungemeine Bereicherung, bei der Erfahrung, die wir alle machen mussten: Ein Buch zu schreiben ist gar nicht so einfach.

Wieso der dritte Versuch mein letzter ist? Weil ich diesen Entwurf beenden muss, um die Erfahrung zu sammeln ein Manuskript zu beenden – bis zum Schluss durchzuhalten, Fehler auszubessern und mit dem zu arbeiten, was bereits niedergeschrieben ist. Was nicht heißt, dass nichts umgeschrieben werden darf, aber es wird Zeit, einen Schritt weiterzugehen und nicht wieder und wieder von Vorne anzufangen.

Wovon mein Buch handelt? Von einer Gruppe Jugendlicher, die eine besondere Fähigkeit besitzen, die sie zu einer Zielscheibe macht. Sie werden von einer Organisation verfolgt, die medizinische Experimente an ihnen durchführen will. Deshalb verstecken sie sich in einem Atomkraftwerk, fernab der Gesellschaft. Um ihr Leben zu retten, sind sie gezwungen jede Herausforderung zu meistern – ohne Hilfe von außen, obwohl bald mehr Menschen hinter ihnen her sind, als sie ahnen.